Die ehemalige Synagoge

Die Vlothoer Synagoge nach einer Schülerzeichnung (MGG-Ausstellung)


Die Vlothoer Synagoge wurde 1850/51 erbaut. Sie befand sich in zentraler Lage in der Nähe des Rathauses, Lange Straße 66, aber etwas zurückgesetzt von der Hauptstraße. Das Gebäude war aus Bruchsteinen (so genannten „Horststeinen“) erbaut, die außen und innen verputzt waren. An den beiden Längsseiten befanden sich jeweils drei Fenster mit Rundbögen. An der Ostseite war von außen die sechseckige Apsis zu erkennen, wo sich im Innern der Thoraschrein befand. Rechts und links der Apsis war jeweils ein kleineres Rundbogenfenster, darüber ein Okulus. In der Synagoge gab es 68 Sitze mit Pulten für die Männer und 44 Sitze auf der Empore für die Frauen. 1912 erwarb die Synagogengemeinde ein Harmonium. Zu den Ausstattungs- und Kultgegenständen gehörten drei Thorarollen, silberner Thoraschmuck, ein silberner Weinbecher, ein Kronleuchter, verschiedene andere Leuchter, darunter ein Chanukkaleuchter, ein Schofarhorn und ein Trauhimmel. Zur Vlothoer Synagogengemeinde gehörten auch die Bad Oeynhauser Juden.

Am Morgen des 10. Novembers 1938 drangen vier SA/SS-Männern in die Synagoge ein. Sie zerstörten weitgehend die Inneneinrichtung, zerschlugen die Fensterscheiben und rissen Teile des Dachstuhls herunter. Die wert-vollen Kultgegenstände fielen den Tätern in die Hände und sind seitdem verloren. Das jüdische Gotteshaus war nur noch eine Ruine. Ein Jahr später wurde der Vorstand der jüdischen Gemeinde gezwungen, das Grundstück zu verkaufen. Käufer war das Modenhaus Eisenreich, das Interesse an dem angrenzenden Grundstück hatte.

Vor Jahren tauchte ein Thorafragment auf, das nach Angaben des Überbringers aus der Vlothoer Synagoge stammen soll. Es befindet sich jetzt in den Händen der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold in Herford.

Die zerstörte Synagoge 1938 (LAV/OWL)
1988 in der unteren Langen Straße eingeweiht: der Synagogen-Gedenkstein.

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